Die tragischen Umstände, die zu Devane´s Tod führten und Vorsichtsmaßnahmen bei der Benutzung vonUnterwasserlaufbändern für Hunde

Um seine Beweglichkeit zu verbessern hatte Devane am 26. April 2011 seinen ersten Physiotherapie-Termin auf einem Unterwasserlaufband für Hunde.

Nachdem er ca. 5 Minuten auf dem Band mehr schlecht als recht lief, stellten wir fest, dass er sich gar nicht mehr fortbewegte. Also schnell das Wasser abgelassen und dann sahen wir, dass er mit seinen Schwanzhaaren im Laufband eingeklemmt war. Gar nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn wir nicht rechtzeitig gemerkt, hätten, dass Devane mit seinem Schwanz festhängt.

Wir brauchten geschlagene 45 Minuten um ihn mit einer Schere aus seiner misslichen Lage zu befreien. Während dieser Zeit zeigte er auch deutlich dass er Schmerzen hatte. Bei einem direkt anschliessenden Tierarztbesuch wurde festgestellt, dass er sich eine Verletzung und einen Bluterguss an seiner Rute zugezogen hat.

 Eine sachliche Stellungnahme des Herstellers uns gegenüber steht noch aus. So etwas darf nicht passieren bei einem so teuren Gerät. Vielleicht sollte der TÜV diese Geräte einer erneuten Sicherheitsprüfung unterziehen.

Möglicherweise infolge der 45-Minütigen Unterkühlung und dem Stress, denn anders können wir uns das nicht erklären, ging es Devane am Freitag, den 29. April 2011morgens sehr schlecht. Beim Fiebermessen zeigt sich eine Temperatur von 40,4 Grad Fieber. Ausserdem hatte er schwere Atemprobleme. Wir sind also sofort zum Tierarzt, dort wurde er geröntgt, mit Medikamenten versorgt und stationär aufgenommen, da unser Tierarzt Angst hatte, er würde ersticken. Devane hatte eine Lungenentzündung mit Lungenödem und -emphysem. Ich blieb den ganzen Tag bei ihm, war nur zwischendurch mal kurz nach Hause um mich um die Versorgung der anderen Hunde zu kümmern. Abends durfte ich ihn mit nach Hause nehmen.

Am Samstag, den 30. April 2011 mussten wir morgens aber wieder zum Tierarzt kommen, wieder medikamentöse Versorgung und Tropf, weil das Fieber nur sehr schwer runterging. Am 1. Mai 2011 ist das Fieber auf 39,0 runter, aber Devane ist sehr schwach, obwohl er frisst und trinkt.

So schlecht wie sein Zustand am Freitag war, hätten wir nicht gedacht, dass es heute von der Atmung her so ist, aber über den Berg ist er noch nicht. Doch Devane, mein Fels in der Brandung, kämpft und wir alle mit ihm.

Am Sonntag konnte Devane nicht mehr aufstehen und ab Montag nur noch mit Unterstützung laufen. Dienstag und Mittwoch ging selbst das nicht mehr, so dass er aufgrund der Entwässerungstabletten mehrmals täglich (auch nachts) in den Garten getragen werden musste, damit er pieseln konnte. Gar nicht so einfach , wenn der Hund 25 kg wiegt und der Mann auf einer Messe am Bodensee ist. Ob durch das Einklemmen im Unterwasserlaufband irgendwelche Nerven geschädigt wurden (die Rute eines Wirbeltieres ist eine Verlängerung der Wirbelsäule /Wikipedia), wissen wir natürlich nicht, dafür hätte Devane in ein MRT gemusst und das hätte sein Gesundheitszustand nicht erlaubt.

Nachdem wir am Donnerstag etwas Hoffnung hatten, er konnte inzwischen 3 x tgl. zwischen 30 und 45 Sekunden alleine stehen und ca. 2 - 3 m mit Unterstützung laufen, kam am Freitag nachmittag der völlige Zusammenbruch. Sein Kreislauf ging immer dann wenn wir ihn raus brachten, damit er sein Geschäft machen konnte, dermassen in den Keller, dass wir Samstags erneut den Tierarzt aufsuchen mussten.

Nach einer Untersuchung riet er uns Devane zu erlösen um ihm einen Erstickungtod zu ersparen.

 Auf unsere Email am 29.04.2011/ 7.57 Uhr  an den Hersteller, in der wir den ganzen Vorfall schilderten, antwortete uns vermutlich ein Angestellter des Herstellers am 05.05.2011, dass dieser sich in der Woche vom 9. - 13. Mai 2011 bei uns melden würde. Dies  ist nicht geschehen. Wir nahmen daraufhin am 13.05.2011 erneut Kontakt auf, um ihm den aktuellen Stand mitzuteilen. Und auf einmal konnte man sogar auf einem Samstag reagieren. Allerdings hat man auch gleich seinen Anwalt ins Rennen geschickt, dem wir den gesamten Vorfall noch einmal schildern sollten. Das haben wir nicht gemacht, sondern auf unsere Mails an den Hersteller verwiesen, auf die sich der Anwalt bezog. Warum sollten wir noch einmal Salz in die noch offenen Wunde streuen lassen? 

So unnötig wie sein Tod war, er soll nicht umsonst gewesen sein. Wir werden den TÜV über das was Devane passiert ist, informieren (was wir per Mail am 30.05.2011 auch taten) damit anderen Tieren ein solches Schicksal erspart bleibt. Seltsamerweise ist das einfache Unterwasserlaufband von der Internetseite des Herstellers 2 Tage nach dem Vorfall eine zeitlang verschwunden gewesen.

Nach Devane´s Tod informierten wir uns im Internet, an wen wir uns wenden können, damit diese  Unterwasserlaufbänder auf Sicherheit überprüft werden. Nach einer Email vom TÜV Rheinland auf unsere Anfrage, deren Inhalt wir hier gem. anwaltlicher Vertretung des Herstellers nicht mehr wiedergeben dürfen sind wir bei der Staatliche Arbeitsschutzbehörde der Unfallkasse des zuständigen Bundeslandes gelandet. Auf unsere Nachfrage nach dem Stand der Dinge etliche Wochen später bekamen wir nur zur Antwort, dass der zuständige Sachbearbeiter auf Grund seiner Verschwiegenheitspflicht uns keine weiteren Auskünfte erteilen darf.

Wir können nur jedem Tierbesitzer, der  ein Unterwasserlaufband nutzen muss, raten sich den Sicherheitsstandard genau anzusehen und evtl. sogar eine Nagelschere in der Tasche zu haben, damit nicht einem anderen Tier so etwas passiert wie unserem Devane.

Als wir feststellten, dass er mit seinen Schwanzhaaren eingeklemmt war,  musste die Physiotherapeutin das Band manuell anhalten. Sie liess zwar sofort das Wasser ab und versuchte das Band zu lösen, aber wenn ein 25 kg schwerer Hund darauf sitzt, der sich nicht einen Millimeter bewegen kann… Bis wir meinten sie solle doch mal eine Schere holen, damit wir ihn frei schneiden können (wir fahren schließlich nicht mit einer Schere zur Physiotherapie). Diese Schere war allerdings so stumpf, dass sich das ganze 45 Minuten in die Länge zog. Zu guter Letzt musste sie auch noch jemand zur Hilfe holen, der dann mit einem Taschenmesser die letzten Haare durchtrennte, weil die Schere völlig versagte. Wir hoffen nur, dass sie in Zukunft eine spitze scharfe Schere in der Nähe des Unterwasserlaufbandes liegen hat, sollte sie das Unterwasserlaufband für Hunde weiterbetreiben, was anzunehmen ist.

Dass wir Bessy von dem Vorfall an so ein Unterwasserlaufband nicht mehr zumuteten, versteht sich von selbst. Wir haben nach Alternativen gesucht und diese auch in der Physiotherapiepraxis “Aquadog” mit Hundeschwimmbad  in Oberhausen gefunden. Wir fühlen uns dort sehr gut aufgehoben, denn die Therapeuten dort sind sehr kompetent und liebevoll den Tieren gegenüber, Von den Physiotherpiepraxen mit Hundeschwimmbad gibt es einige in Deutschland gibt und dieses Schwimmen ist wesentlich effektiver als diese Unterwasserlaufbänder für Hunde

Wer ähnliche Erfahrungen mit einem Unterwasserlaufband für Hunde gemacht hat, kann sich gerne mit uns in Verbindung setzen. Vielleicht können wir gemeinsam etwas erreichen.

Inzwischen haben wir 4 Verbände angeschrieben, in denen die Physiotherapeuten zusammengeschlossen sind. Von 2 Verbänden, dem 1. Verband für Tierphysiotherapie e.V. und dem Bundesverband zertifizierter Tierphysiotherapeuten, haben wir Antwort bekommen. Sie wollen Kontakt mit dem Hersteller aufnehmen, Devane´s Fall intern veröffentlichen und ihre Mitglieder sensibilisieren. So war Devane´s Tod nicht ganz umsonst.

Der Tierphysiotherapieverband Deutschland e.V kurz TPVD hat lediglich die Lesebestätigung zurrückgeschickt und der DGT hat bis jetzt gar nicht reagiert.

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Die  Linkliste mit therapeutischen Hundeschwimmbädern in Deutschland unterteilt nach PLZ - Bereichen ist ab sofort HIER zu finden

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sollten Euch weitere bekannt sein, bitten wir um Mitteilung.

„Mit Urteil vom 12. Mai 1998 - 312 O 85/98 - "Haftung für Links" hat das Landgericht (LG) Hamburg entschieden, dass man durch das Setzen eines Links, die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann - so das LG - nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. “Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von den verlinkten Seiten.“

Hier war noch alles in Ordnung

Dies ist wohl der Moment, wo Devane merkt, dass er mit seinen Schwanz im Unterwassrlaufband festhängt, man kann es an seinen schreckensgeweiteten Augen erkennen.

Aufbahrung Devane02

Und das ist Devane am 9. Mai 2011, 10 Tage nach Beginn der Lungenentzündung

Devane Urne
Collage Devane HP02

Die Unterseite “Trauer um Devane” ist eine Unterseite der Internetpräsenz                      http://www.sheltiecollie4u.de  Aus gegebenen Anlass weisen wir noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass das Kopieren, Speichern auf anderen Datenträgern und Ausdrucken unserer Texte, Bilder und Grafiken, auch auszugsweise, untersagt ist. Alle auf dieser Unterseite von uns verfassten Texte und Bilder unterliegen unserem Copyright, sofern nicht anders vermerkt und wir werden bei Zuwiderhandlungen rechtliche Schritte einleiten.

Anmerkung: Bilder teilweise unkenntlich gemacht auf Wunsch der Physiotherapeutin und gem. anwaltlicher Vertretung des Herstellers

Aktuell im März 2012

11 Monate nach Devane´s tragischem Tod scheint etwas Bewegung in die Sache zu kommen. Wir vermuten, dass die Verbandsnachrichten der Verbände, die verbandsintern über den Vorfall informieren wollten, inzwischen bei allen Verbandsmitgliedern angekommen sind und beim Hersteller die Telefone heiß laufen. Denn lt Aussage der damaligen Physiotherapeutin ist wohl der Hersteller auf unsere Seite aufmerksam geworden. Wir würden auf unserer Internetseite äußerst negativ berichten. Hallo, was ist denn bitte an der ganzen Geschichte positiv? Tatsachen sind nun mal nicht aus der Welt zu schaffen genau wie wir mit dem tragischen Verlust von Devane leben müssen. Wir möchten ausdrücklich betonen, dass wir hier keine Hetzkampagne führen. Wenn jemand der Meinung ist, wir führen hier eine Hetzkampagne, so ist das das Problem desjenigen und nicht unseres. Für uns gibt es nichts Schlimmeres als Ungerechtigkeit. Wir berichten hier nur über das Schicksal unseres Hundes, unseren Kampf um Gerechtigkeit jedoch scheinbar gegen Windmühlen und wenn dadurch nur einem anderen Hund sowie seinem Besitzer ein solches Schicksal erspart bleibt bzw. die Unterwasserlaufbänder auf Sicherheit überprüft und verbessert werden, war Devane´s Tod nicht umsonst.

 

Unsere Mailantwort an die Physiotherapeutin werden wir hier nicht mehr veröffentlichen, da uns Auszüge daraus gemäß anwaltlicher Vertretung des Herstellers untersagt sind.

Allerdings wünschen wir der Physiotherapeutin, dass sie Devane niemals vergessen wird  und bei jeder Benutzung des Unterwasserlaufbandes an ihn erinnert wird.

 

Rainbowbridge © Jim Warren

 

für die aktuellsten News in dieser Angelegenheit bitte nach unten scrollen

Aktuell im April/Mai 2012

Der TÜV hat sich erneut bei uns gemeldet und wir haben unseren vorherigen Schriftwechsel dorthin geschickt.

Aktuell denken wir darüber nach, welche Möglichkeiten wir haben, um Tierbesitzern zu helfen, deren Haustiere durch ähnliche Vorfälle zu Schaden gekommen sind und die der ganzen Sache genau so hilflos gegenüber stehen wie wir vor einem Jahr.

 

Die Mailantwort vom TÜV Rheinland vom 06.06.2011 werden wir hier nicht mehr veröffentlichen, da uns Auszüge daraus gem. anwaltlicher Vertretung des Herstellers untersagt sind.

Aktuell im Juni / Juli 2012

Auf unsere erneute Anfrage bei der Staatliche Arbeitsschutzbehörde der Unfallkasse des zuständigen Bundeslandes am 20.06.2012 erhielten wir statt einer Antwort der Behörde Anfang Juli ein 20-seitiges Schreiben der anwaltlichen Vertretung des Herstellers bestehend aus einer Unterlassungserklärung und einem Klageentwurf in dem uns bei Zuwiderhandlungen von bestimmten Äußerungen und  Verwendung der von uns fotografierten Fotos auf denen das Unterwasserlaufband zu sehen ist 250.000,- Euro Strafe oder 6 Monate Haft angedroht werden. Das Fotografieren unseres Hundes im Unterwasserlaufband hat uns die Physiotherapeutin übrigens nicht verboten. Das zeitliche Zusammentreffen dieser beiden Ereignisse regt zum Nachdenken an. Diesem Schreiben konnten wir u.a. entnehmen, dass am 15.09.2011 eine Sicherheitsüberprüfung, die aus einer Überprüfung der technischen Unterlagen, der Betriebsanleitung, der Konformitätserklärung*1 sowie einer Sichtprüfung *1 eines vergleichbaren Gerätes stattgefunden hat, deren Ergebnis dem Hersteller am 08.05.2012 mitgeteilt wurden. In Zeiten von Fax und Email schon ein enormer Zeitraum.

Das Leid das unser Hund erfahren musste, wird natürlich mit keinem Wort erwähnt.

!!!  Devane war nicht herzkrank  !!!

Das haben wir von unserem Tierarzt schriftlich. Diejenigen, die etwas anderes behaupten, lügen. Wir könnten natürlich auch mit einer Unterlassungsklage dagegen vorgehen, aber die Frage, welche Chancen der “kleine” Mann gegen die “vermeintlich großen” in Deutschland hat, kann sich jeder selbst beantworten.

 

*1 bitte Wikipedia bemühen und selber denken

Unsere Fragen sind nach wie vor  offen:

1.  Warum konnte Devane mit seinen Schwanzhaaren im Unterwasserlaufband                 eingeklemmt werden?

2.  Warum stoppte das Unterwasserlaufband nicht automatisch sondern musste                manuell angehalten werden?

 

Lieber Hersteller,

vielleicht wäre auf ein anderes Verhalten Ihrerseits zu Beginn des Ganzen auch ein anderes Verhalten unsererseits gefolgt und wenn man uns höflich um Änderungen gebeten hätte, wären wir dazu auch ohne Anwalt bereit gewesen. Bei uns auf der Arbeit nimmt im Zweifelsfall auch mal der Chef den Hörer selbst in die Hand und zu finden sind wir im Internet.

 

Ende Teil 1

Devane 26.04.2011 - 1
Devane 26.04.2011 - 2
Devane-23.04.2011
Devane-24.04.2011
Devane-warum-2

Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen

müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken

(Arthur Schoppenhauer)

 

Devane am Osterwochenende im April 2011

“Die Tiere empfinden wie der Mensch Freude und Schmerz, Glück und Unglück”  (Charles Darwin)

Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen (Ernst R. Hauschka)